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Das hier sind ein paar ältere gedichte von mir:


abgekratzt vom Pflasterstein

nun stehe ich hier
so weit oben.
die Menschen scheinen klein und unbedeutend
aber Menschen waren schon immer komische Wesen für mich.
alle, außer dir.
dachte ich zumindest....
wenn du auch anders bist,
du hast mich verraten
oder...habe ich mich selbst verraten?
ich weiß es nicht mehr
wurde ich überhaupt verraten?
doch, ja, da bin ich mir sicher!
vom wem spielt letztendlich keine rolle.
ich stehe hier oben
und ich habe vor, da unten zu sein
allerdings nicht so, wie man sich das normalerweise vorstellt.
ob das der richtige Weg ist?
warum interessiert dich das überhaupt?
für mich ist es der richtige
vorausgesetzt, es gibt so etwas wie richtig oder falsch überhaupt.
der einzige Haken: das ist doch ein bisschen wenig.
ich wollte doch mehr hinterlassen
wollte mehr für dich sein
als ein würdeloser körper
abgekratzt vom Pflasterstein

***


Das Leben ist wie Zug fahren

Ich komme vorwärts.
Ohne mich zu bewegen.
Das ist nicht kostenlos,
es hat seinen Preis.
Es ist auch nicht fehlerlos,
manchmal (oder oft?) verspätet es sich.
Im Großen und Ganzen
aber recht bequem.
Man begegnet Menschen
oder bleibt für sich.
Wie man möchte.
Man lernt neue Orte kennen,
wenn auch nur durchs Fenster.
Die einzige Konstante:
Die draußen vorbeiziehende Landschaft.
Und selbst sie
ist in ständigem Wandel.

***


Menschen warten.
Auf den Zug.
Auf andere Menschen.
Auf sich selbst?


***


endlose leere

die welt ist dunkel und finster.
nirgends brennt ein licht.
ruinen um mich herum.
hohe, grau-schwarze mauern stehen bedrohlich
doch eigentlich sind sie müde.
müde von dieser welt, die alles verschlingt, alles zerstört, alles zu grunde richtet.
diese wesen, die auf ihr wandeln.
wenn es nur das wäre....
doch sie tun mehr.
versuchen alles zu verstehen.
wollen in allem einen sinn sehen.
glauben, aus allem feste regeln machen zu können.
alles soll sich danach richten.
dabei tun sie es selbst nicht....
sie dürfen nicht töten, verletzen, stehlen, unterwerfen, quälen.
einfach gesagt: nicht krieg führen.
doch genau das tun sie.
sie erheben es sogar zu einer wissenschaft.
und es endet in verzweiflung, leid, tod, endloser leere.
alle sind fort.
ruinen um mich herum.
nirgends brennt ein licht.
die welt ist dunkel und finster.

***


Allein mit mir selbst

Völlige Dunkelheit
überall
Bin ich allein?
Meine einzige Gesellschaft
die Schatten
die nach mir greifen
doch nicht einmal sie erreichen mich
geschweige denn ich sie
Ich glaube, sie hassen mich
oder hasse ich sie?
Niemand in meiner Nähe
oder...
ist da doch wer?
unsichtbar
beobachtend
Zeig dich! Sofort!
Ich weiß, du bist da!
du musst da sein...
War da eine Bewegung?
Oder bin es nur ich selbst
die sich in diese Welt flüchtet....?

***


tote welt

die welt ist tot
ein eisiger wind weht über die einöde
kranke bäume stehen vereinzelt
nichts regt sich
reste von verwelkten blumen
knochen klappern
schädel lachen
triumphierend
sie sind die einzigen
bald verstummt auch das
stille kehrt wieder ein
wie konnte es soweit kommen?
das will keiner mehr wissen
denn es ist keiner da, der es wissen wollen könnte
so ist und bleibt es vergessen
das schicksal einer toten welt




 

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