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Hier ist das erste Gedicht aus dem Jahr 2007 (auch wenn ich die erste Idee schon 2006 hatte...). Irgendwie scheint es doch eine Mischung aus Gedicht und Prosa geworden zu sein.... *wunder* Aber sowas verselbstständigt sich eben recht schnell.....

Du läufst durch die Straßen,
überall Menschen.
Eine homogene Masse.
Doch etwas
springt dir ins Auge
und dein Blick bleibt daran haften.
Ein Mensch
in einem langen schwarzen Mantel.
Die dunklen Haare
kurz und chaotisch
Da huscht er
um eine Ecke.
Der Mantel weht hinterher.
Du beschleunigst
deine Schritte
folgst ihm.
Doch als du in der Gasse stehst,
kannst du wieder nur
den Mantel
um eine Ecke
wehen sehen.
Du beginnst zu rennen,
obwohl du nicht einmal weißt,
warum du ihm folgen willst.
Du erreichst die Ecke.
Drehst dich nach rechts.
Da steht sie
und hat gerade
ihre schwarzen Flügel ausgebreitet.
Sie sieht dich an
lächelt
und hebt den Finger an die Lippen.
Du bist wie verzaubert.
Unfähig
etwas zu tun
oder dich zu bewegen.
Sie spricht kein Wort
lässt ihren Blick
ruhig in deinen Augen ruhen.
Und auf einmal
fragst du dich
ob es etwas Schöneres gibt.
Langsam faltet sie ihre Schwingen zusammen
und ihr Bild verschwimmt vor deinen Augen.
Du blinzelst
willst sie festhalten.
Es scheint
als würde sie von Eis
verschlungen
bis nur noch
ein Klumpen übrig ist.
Langsam drehst du dich weg
gehst zurück.
Und als du die Gasse verlässt
und wieder unter Menschen bist
wird dir klar
was geschehen ist.
Die Kälte war stärker als sie
und so wurde sie zum Abbild
unser aller Seelen.

***

 

So, jetzt mal was Neueres (Ende 2006):

Was bleibt uns?
Gott?
Existiert nicht.
Die Liebe?
Kommt und geht.
Was bleibt also
in unserer schnellen Zeit?
Wir selbst?
Nein, wir müssen uns verändern.
Das war schon immer so.
Nichts
ist also das
was bleibt.

***


Ausschnitte eines Lebens.
Sind wertvoll.
Ist folglich
auch ein ganzes Leben wertvoll?
Wahrscheinlich nur
für den Besitzer dieses Lebens.
Für andere
scheint es oft wertlos.
Die anderen
haben selbst ein Leben.
Ist das für sie auch wertlos?

***

Freundschaft.
Ist sie wirklich so viel wert
wie alle sagen?
Oder ist sie doch nur ein Wort.
Ein Wort
das wir benutzen
um uns immer wieder
immer wieder zu bestätigen
dass wir vielleicht
doch nicht allein sind.
Und das nur
um dann später zu merken
dass wir allein sind.
Und es immer bleiben werden.

***


Schuld- Unschuld
Worte, die viel bedeuten.
Über die viel Philosophiert wird.
Jeder behauptet
unschuldig
zu sein.
Aber niemand
kann dabei die Wahrheit sprechen.
Jeder hat irgendeine
Schuld,
sei sie auch noch so klein.
Wenn auch die Menschen sich
verschiedene
Definitionen suchen
damit sie zumindest in
irgendeiner
Form sagen können:
Mein Kleid ist weiß

***

Ein weites Feld.
Niemand zu sehen.
Ein Bus.
Niemand sitzt darin.
Verschiedene Klassenräume.
Niemand hält sich dort auf.
Der Tisch einer Kneipe.
Niemand trinkt und unterhält sich.
Eine Fußgängerzone.
Niemand bummelt an den Schaufenstern entlang.
Niemand.
Außer mir.

***

Ich hoffte,
der Alltag
würde mich retten
wäre mein Seil
das mich aus dem Loch zieht
Doch es riss mittendurch.
Und ich fiel wieder hinunter
in die Finsternis
nur erhellt
durch Phantasien
und Wunschträume
immer wieder
verdunkelt
von der Realität
die
einsam ist
und es wohl
auch bleiben wird

***

Tränen

Wertvoll für den
der sie vergießt.
Ein Zeichen für den,
der sieht
wie sie vergossen werden.

Doch sie können falsch sein.
Können benutzt werden
um eigennützigen Zwecken
zu dienen.

Oft sind sie Ausdruck
von Verzweiflung,
von Angst
oder Trauer.

Sie tun weh,
weil sie von Schmerz verursacht werden.
Doch manchmal
ist der Schmerz größer,
wenn sie nicht vergossen werden.

***


Gedanken
sind ein Meer
weit
und voller Möglichkeiten
ständig in Bewegung
wie Ebbe und Flut
einmal ruhig und langsam
und an einem anderen Tag
aufbrausend und stürmisch
Manchmal
kann es passieren
dass man in ihnen
ertrinkt
und fortgeschwemmt wird
niemand weiß
wohin

***

(gewidmet meiner Heimatstadt)

Der dunkle Fluss unter mir
liegt still
Lichter glitzern
auf seiner Oberfläche
ein paar Enten
ziehen ihre Bahnen
durch das Wasser
hinter mir
strömen Menschen über die Brücke
sie alle haben ziele
sei es der Glühwein
oder die U-Bahn
auf dem Weg nach Hause
oder etwas anderes
aber sie haben eines gemeinsam:
diese wunderschöne Stadt.



 

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